Köln-Bremen-Mallorca stand auf dem Plakat, das meine Familie zur Anfeuerung mit an die Strecke gebracht hatte. Nach dem 2/3 Marathon in Köln stand am Sonntag als letzter Wettkampftest der Halbmarathon beim Bremen Marathon auf dem Programm. Rund 2000 Läufer, doppelt so viele wie beim Hauptlauf gingen dort an den Start. Das Wetter war kühl und nieselig, gut zum Laufen, vielleicht ein wenig zu kühl und sicherlich nicht das, was uns auf Mallorca erwartet.
Diesmal ging es darum, sich nicht von anderen Läufern zu einem falschen Tempo verleiten zu lassen, sondern auf die Herzfrequenz zu achten und ein gleichmäßig laufen. So störten mich auch Halsschmerzen und verschnupfte Nase am morgen wenig, ich wollte keine Bestzeit laufen.
Einen Kilometer nach dem Start überholte ich den prominentesten Läufer im Feld, Ex Werder Manager und Bremens Innensenator Willi Lemke.
Auf den ersten Kilometern rauf zur Uni und quer durch den Bürgerpark konnte ich einen Schnitt von 4:40 – 4:45 Min./KM gut laufen. Wie so oft war ich schnell in einer Lücke allein unterwegs, meine Mitläufer verabschiedeten sich meist nach vorn. Ich hielt mich an mein Vorhaben und lief streng nach Pulsuhr. Am Ausgang des Bürgerparks nach ca. 7 KM warteten meine beiden Schwestern und mein Vater und feuerten mich gebührend an. Spätestens hier wußte ich, dass ich trotz der leichten Erkältung einen guten Tag erwischt hatte. Durch unsere alte Heimat Findorff ging es rüber in den Überseehafen. Ohne die Herzfrequenz zu steigern konnte ich auf 4:30/KM steigern und überholte bereits einen Großteil meiner Mitläufer der ersten Kilometer, die abseits der Zuschauer an der Strecke jetzt ihrem hohen Anfangstempo Tribut zollen mussten. Bestens gelaunt bog ich auf die Schlachte, Bremens Weserpromenade ab und dem Weserstadion entgegen. Das schöne Bremen, die Zuschauer und mehr und mehr Läufer, die ich einholen konnte liessen alle Anstrengungen vergessen.
Einige Minuten später war dann auch schon das Weserstadion erreicht. Unter der Westkurve ging es hinein in das weite Rund in dem Werder tags zuvor Bielefeld standesgemäß 8:1 abgefertigt hatte. Angefeuert von Musik und Stadionsprecher ging es durch die Ostkurve auf die letzten 5 KM Richtung Stadthalle. Trotz guten Gefühls hatte ich hier noch Angst einzubrechen, zumal einem der kühle Wind durch die Knochen fuhr. Nachdem Osterdeich und der “Anstieg” zur Bischofsnadel geschafft waren ließ ich es dann aber laufen und steigerte das Tempo noch einmal um einige Sekunden, da ich realisiert hatte, dass ich auf eine Endzeit unter 1:40 zusteuerte.
Auf dem letzten Kilometer stießen wir beim Einbiegen auf die Theodor-Heuss-Allee am Schlachthof auf die Schar der 10KM Läufer und ich konnte noch mit Sille abklatschen, die ebenfalls dem Ziel entgegen lief, bevor ich auf den Zielkanal auf der Bürgerweide einlaufen konnte, wo uns noch einige Freunde anfeuerten.
1:36,37h stand am Ende auf meiner Uhr, ohne dass ich an diesem Tag meine Grenzen erreicht hätte. 1:43h war mein Soll für diesen Tag und ist auch meine geplante Anganszeit für den Marathon. Ich weiss, dass der Marathonlauf bei 21 KM erst beginnt, bin aber beruhigt, dass da noch gut 6 Minuten Polster sind. Sille hat über 10KM mit 56 Minuten ihre Zeit ebenfalls um 2 Minuten verbessern können.
Jetzt sind von den 15 Wochen nur noch drei übrig geblieben. Bereits am Mittwoch will ich meinen letzten langen Lauf über 35KM machen. Ich bin mal gespannt.
Insgesamt hat mir der Bremen Marathon viel Spaß gemacht. Es ist etwas besonderes durch die abgesperrten Straßen seiner Heimatstadt zu laufen, vorbei an Orten, mit denen man viele Erinnerungen verbindet und unter der Anfeuerung von Familie und Freunden. Die Marathonstrecke finde ich allerdings nicht sehr attraktiv. Die Veranstaltung war super organisiert, vielen Dank an alle ehrenamtlichen Helfer, die stundenlang im Nieselregen stehen mußten. Einzig die Annahme und Ausgabe der Kleiderbeutel in der Stadthalle war eine Katastrophe. Das wird mit einer neuen Logistik im nächsten Jahr aber sicher schneller von statten gehen.
Zu den Ergebnissen.










Marc Zacher




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